Warum Regelmäßigkeit wichtiger ist als Menge
Wer Ihr Profil besucht, sieht zuerst das Datum des letzten Beitrags. Liegt es Monate zurück, entsteht schnell der Eindruck, der Betrieb sei nicht mehr aktiv. Ein gleichmäßiger Rhythmus zeigt dagegen: Hier ist jemand verlässlich da.
Auch die Plattformen belohnen in der Regel Konten, die regelmäßig aktiv sind und deren Beiträge Reaktionen auslösen. Das bedeutet aber nicht, dass mehr immer besser ist. Ein Beitrag, der niemanden interessiert, bringt nichts, nur weil er pünktlich erschienen ist.
Richtwerte je Kanal
Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte als Orientierung, keine festen Regeln. Sie gehen von einem kleinen Betrieb ohne eigene Marketingabteilung aus:
- Instagram: ein bis drei Beiträge oder Reels pro Woche, dazu Stories, wann immer es etwas Spontanes gibt.
- Facebook: ein bis zwei Beiträge pro Woche, ergänzt um Veranstaltungen und wichtige Hinweise.
- LinkedIn: ein bis zwei Beiträge pro Woche, idealerweise vom persönlichen Profil, plus regelmäßige Kommentare bei anderen.
Wer zwei Kanäle bespielt, kann Inhalte teilweise wiederverwenden, sollte Text und Ton aber an den Kanal anpassen. Ein Projektbild funktioniert auf Instagram mit kurzem Text, auf LinkedIn mit einer Erklärung, was das Besondere daran war.
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Was die richtige Frequenz für Ihren Betrieb bestimmt
Statt eine Zahl zu übernehmen, beantworten Sie fünf Fragen:
- Wie viel Material entsteht? Ein Gasthaus mit Tagesgerichten hat täglich Stoff, ein Steuerberater eher wöchentlich.
- Wie viel Zeit steht wirklich zur Verfügung? Planen Sie mit der Zeit, die Sie auch in einer stressigen Woche haben.
- Wie schnell veraltet Ihr Thema? Tagesangebote verlangen Tempo, Handwerksprojekte nicht.
- Was erwartet Ihr Publikum? Stammgäste eines Cafés freuen sich über häufige Updates, Firmenkunden auf LinkedIn eher über seltenere, gehaltvollere Beiträge.
- Wer im Team kann mithelfen? Jede zusätzliche Person, die Fotos liefert, macht einen höheren Rhythmus leichter.
Saisonbetriebe und Projektgeschäft
In vielen Betrieben schwankt die Arbeit übers Jahr. Ein Ausflugsgasthaus hat im Sommer Hochbetrieb, eine Gärtnerei im Frühjahr, ein Skiverleih im Winter. Es ist völlig in Ordnung, in der Hochsaison häufiger und in ruhigen Monaten seltener zu posten.
Wichtig ist nur, nie ganz zu verstummen. Gerade die Nebensaison eignet sich für Inhalte, für die sonst keine Zeit ist: Umbauten, Schulungen, Vorbereitungen auf die neue Saison. Ideen dazu finden Sie im Ratgeber Digital durch die Nebensaison.
Im Projektgeschäft, etwa bei einer Zimmerei, entstehen gute Bilder oft gebündelt am Ende eines Projekts. Verteilen Sie diese auf mehrere Wochen, statt alles am selben Tag zu posten.
Lieber weniger, aber besser: der Qualitätscheck
Bevor ein Beitrag erscheint, lohnt ein kurzer Check. Kann man mindestens drei Fragen mit Ja beantworten, ist er es wert:
- Erkennt man auf dem Bild sofort, worum es geht?
- Zeigt der Beitrag etwas Echtes aus Ihrem Betrieb?
- Lernt oder erfährt der Leser etwas Neues?
- Ist klar, wie man Sie erreichen kann?
- Würden Sie den Beitrag einem Kunden persönlich zeigen?
Anzeichen, dass Sie zu viel oder zu wenig posten
Zu viel posten Sie vermutlich, wenn die Beiträge sich wiederholen, die Qualität sinkt, Sie Inhalte nur noch „damit etwas da ist“ veröffentlichen oder Follower sich abmelden.
Zu wenig posten Sie, wenn zwischen den Beiträgen regelmäßig Wochen liegen, Kunden fragen, ob es Sie noch gibt, oder Sie wichtige Neuigkeiten nur über andere Wege kommunizieren. Ein Blick in die Statistik zeigt außerdem, ob Profilbesuche und Reaktionen zurückgehen. Wie Sie Instagram-Werte richtig deuten, lesen Sie im Ratgeber Instagram für Unternehmen.
Den Rhythmus dauerhaft halten
Der Rhythmus scheitert selten am Willen, sondern an vollen Wochen. Drei Hilfen machen es leichter: ein Redaktionsplan mit festen Rubriken, ein Vorrat von zwei bis drei fertigen Beiträgen für stressige Phasen und das Vorplanen von Beiträgen, damit sie automatisch erscheinen.
Wer den Aufwand weiter senken möchte, kann die Erstellung abgeben. Pipeflow macht aus Ihrer Website jede Woche fertige Beiträge mit Bild für Instagram und LinkedIn, Sie geben nur frei. So entsteht ein gleichmäßiger Wochenrhythmus, ohne dass Sie jeden Text selbst schreiben. In der Pilotphase ist das kostenlos. Was sich sonst automatisieren lässt, lesen Sie unter Social Media automatisieren.
Häufige Fragen
Reicht ein Beitrag pro Woche für einen kleinen Betrieb?
Ja, für viele kleine Betriebe ist ein gut gemachter Beitrag pro Woche auf einem Hauptkanal ein solider Start, besonders wenn er regelmäßig erscheint. Ergänzend können Sie Stories oder kurze Hinweise nutzen, wenn spontan etwas passiert. Wichtiger als eine höhere Zahl ist, dass Sie diesen Rhythmus auch in arbeitsreichen Wochen halten und die Beiträge echte Einblicke bieten.
Ist es schlimm, wenn ich ein paar Wochen nichts poste?
Eine kurze Pause, etwa im Betriebsurlaub, ist kein Problem, vor allem wenn Sie sie ankündigen. Problematisch wird es, wenn ein Profil über Monate still bleibt, weil Besucher dann zweifeln, ob der Betrieb noch aktiv ist. Planen Sie für stressige Phasen einen kleinen Vorrat an fertigen Beiträgen ein, die automatisch erscheinen.
Zu welcher Uhrzeit sollte ich posten?
Eine allgemeingültige beste Uhrzeit gibt es nicht. Sinnvoll ist ein Zeitpunkt, zu dem Ihre Kunden typischerweise am Handy sind, etwa morgens, mittags oder am frühen Abend. Die Statistiken eines professionellen Kontos zeigen, wann Ihre Follower aktiv sind. Probieren Sie verschiedene Zeiten aus und bleiben Sie dann bei dem, was für Ihren Betrieb funktioniert.
Soll ich auf allen Kanälen gleich oft posten?
Nein. Jeder Kanal hat ein eigenes Publikum und eigene Gewohnheiten. Konzentrieren Sie sich auf einen Hauptkanal mit festem Rhythmus und bespielen Sie weitere Kanäle seltener oder mit angepassten Versionen derselben Inhalte. Ein Projektbild kann auf Instagram kurz und auf LinkedIn ausführlicher beschrieben werden. Qualität auf einem Kanal ist mehr wert als Masse auf vielen.