Was Social Media für einen kleinen Betrieb leisten kann – und was nicht
Social Media ist für kleine Betriebe vor allem ein Schaufenster. Interessenten sehen, wie Sie arbeiten, wer hinter dem Betrieb steht und ob Sie aktiv sind. Das schafft Vertrauen, hält Sie bei bestehenden Kunden in Erinnerung und hilft bei der Suche nach Mitarbeitern.
Was Social Media in der Regel nicht kann: über Nacht neue Aufträge bringen oder eine Website ersetzen. Wer konkret nach „Installateur in der Nähe“ sucht, landet bei Google und nicht auf Instagram. Deshalb gehört Social Media zu einem Gesamtbild aus Website, Google-Unternehmensprofil und Empfehlungen, nicht an dessen Stelle.
Den passenden Kanal wählen
Die wichtigste Frage lautet nicht „Wo sind alle?“, sondern „Wo sind meine Kunden und wo lässt sich meine Arbeit gut zeigen?“ Als grobe Orientierung:
- Instagram passt zu Betrieben mit sichtbaren Ergebnissen: Handwerk, Gastronomie, Friseur, Kosmetik, Handel, Tourismus. Mehr dazu unter Instagram für Unternehmen.
- Facebook ist stark bei lokaler Gemeinschaft, Veranstaltungen und Vereinen. Ob es für Sie noch sinnvoll ist, beantwortet der Beitrag Ist Facebook für Betriebe noch sinnvoll?
- LinkedIn eignet sich für Betriebe, die an andere Unternehmen verkaufen, und für die Suche nach Fachkräften. Details im Ratgeber LinkedIn für KMU.
Starten Sie mit einem Kanal. Wenn er läuft, können Sie einen zweiten dazunehmen.
Aus Ihrer Website werden fertige Beiträge für Instagram und LinkedIn. In der Pilotphase kostenlos.
Das Profil richtig einrichten
Bevor der erste Beitrag erscheint, muss das Profil stimmen. Viele Interessenten sehen sich nur das Profil an und entscheiden dann, ob sie weiterklicken. Diese Punkte gehören dazu:
- Ein klares Profilbild: Logo oder ein gutes Foto der Inhaberin bzw. des Inhabers
- Ein Satz, was Sie für wen und in welcher Region anbieten
- Telefonnummer, E-Mail und ein Link zur Website
- Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten, wo sinnvoll
- Derselbe Firmenname wie auf Website und Google-Profil
Worüber posten? Drei Inhaltsarten, die immer funktionieren
Die meisten Betriebe haben mehr Material, als sie denken. Fast alles lässt sich einer von drei Gruppen zuordnen:
- Arbeit zeigen: fertige Projekte, Zwischenstände, neue Produkte, die Speisekarte der Woche.
- Menschen zeigen: das Team, Lehrlinge, Jubiläen, ein Blick hinter die Kulissen.
- Wissen teilen: Antworten auf Fragen, die Kunden immer wieder stellen, kleine Tipps aus der Praxis.
Dazu kommen praktische Hinweise wie geänderte Öffnungszeiten, Betriebsurlaub oder freie Termine. Ein Friseursalon, der kurzfristig frei gewordene Termine postet, nutzt Social Media direkt für die Auslastung.
Wie viel Zeit Social Media realistisch braucht
Für einen Hauptkanal sollten Sie mit einem festen Zeitblock pro Woche rechnen, in dem Sie Fotos auswählen, Texte schreiben und Beiträge einplanen. Dazu kommen ein paar Minuten täglich für Nachrichten und Kommentare. Wer das bündelt, statt spontan zwischendurch zu posten, spart viel Zeit.
Wie oft Sie posten sollten, lesen Sie unter Wie oft sollte ein Betrieb posten?. Wie Sie Themen im Voraus planen, erklärt der Ratgeber Social-Media-Redaktionsplan erstellen.
Wann sich Social Media (noch) nicht lohnt
Ehrlich gesagt gibt es Situationen, in denen andere Aufgaben Vorrang haben:
- Ihre Website ist veraltet oder fehlt. Dann landen Interessenten aus Social Media im Leeren.
- Ihr Google-Unternehmensprofil ist nicht gepflegt. Für lokale Suchen ist es meist wichtiger.
- Sie sind auf Monate ausgebucht und suchen auch keine Mitarbeiter.
- Sie können absehbar nicht regelmäßig posten. Ein Profil, dessen letzter Beitrag zwei Jahre alt ist, wirkt schlechter als gar keines.
In diesen Fällen investieren Sie die Zeit besser zuerst in die Grundlagen, etwa in ein vollständiges Google-Unternehmensprofil.
Typische Anfängerfehler und wie es leichter geht
- Auf allen Kanälen gleichzeitig starten und nach wenigen Wochen aufgeben
- Nur Werbung posten, ohne Einblicke oder Nutzen
- Fremde Fotos oder Musik ohne geklärte Rechte verwenden
- Nachrichten und Kommentare tagelang unbeantwortet lassen
- Den Erfolg nur an Likes messen statt an Anfragen und Profilbesuchen
Wenn die Zeit fürs regelmäßige Posten fehlt, kann Pipeflow helfen: Es erstellt aus Ihrer Website jede Woche fertige Beiträge mit Bild für Instagram und LinkedIn, Sie geben nur noch frei. In der Pilotphase ist Pipeflow kostenlos. Wie das mit Ihren eigenen Inhalten aussieht, zeigt der kostenlose Test für Social-Media-Beiträge.
Häufige Fragen
Welcher Social-Media-Kanal ist für einen kleinen Betrieb der beste?
Es gibt keinen Kanal, der für alle am besten ist. Instagram passt zu Betrieben, deren Arbeit sich gut zeigen lässt, etwa Handwerk, Gastronomie oder Kosmetik. Facebook ist bei lokaler Gemeinschaft und Veranstaltungen stark, LinkedIn bei Firmenkunden und Fachkräftesuche. Wählen Sie den Kanal, auf dem Ihre Kunden unterwegs sind, und starten Sie zunächst nur mit diesem einen.
Brauche ich als kleiner Betrieb überhaupt Social Media?
Nicht zwingend. Für viele lokale Betriebe sind eine gute Website und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil wichtiger, weil Kunden dort gezielt suchen. Social Media lohnt sich vor allem, wenn sich Ihre Arbeit gut zeigen lässt, Sie Mitarbeiter suchen oder Stammkunden regelmäßig informieren möchten. Wer nicht regelmäßig posten kann, wartet besser, bis Zeit oder Unterstützung da ist.
Kann ich Social Media nebenbei selbst machen?
Ja, wenn Sie es bündeln. Ein fester Zeitblock pro Woche für Fotos, Texte und Planung sowie wenige Minuten täglich für Nachrichten reichen für einen Hauptkanal meist aus. Hilfreich sind ein einfacher Redaktionsplan und ein Fotoordner, in den Sie und Ihr Team laufend Bilder aus dem Arbeitsalltag legen. So müssen Sie nie bei null anfangen.
Woran erkenne ich, ob Social Media für meinen Betrieb funktioniert?
Weniger an Likes als an konkreten Wirkungen: Kunden sprechen Sie auf Beiträge an, es kommen Nachrichten oder Anrufe über das Profil, Bewerber erwähnen Ihre Beiträge, und die Profilbesuche sowie Klicks auf Ihre Website steigen. Fragen Sie neue Kunden einfach, wie sie auf Sie aufmerksam geworden sind, und notieren Sie die Antworten über einige Monate.