Warum klassische Wege oft nicht mehr reichen
Früher hat ein Inserat in der Bezirkszeitung gereicht, heute melden sich darauf oft kaum noch Leute. Viele potenzielle Mitarbeiter suchen nicht aktiv, sondern stoßen nebenbei am Handy auf Angebote: in Social Media, bei Google oder weil ein Bekannter etwas teilt. Wer dort nicht auftaucht, wird nicht wahrgenommen.
Dazu kommt: Wer sich bewirbt, schaut sich vorher den Betrieb online an. Eine veraltete Website, schlechte Bewertungen oder gar kein Auftritt lassen Bewerber zögern. Online-Recruiting heißt deshalb nicht nur, Anzeigen zu schalten, sondern auch, als Arbeitgeber sichtbar und glaubwürdig zu sein. Mehr dazu unter Arbeitgebermarke für kleine Betriebe.
Die Kanäle im Überblick
- Eigene Karriereseite: auf der Firmenwebsite, mit allen offenen Stellen, Einblicken ins Team und einfacher Bewerbung. Alle anderen Kanäle verlinken hierher. Siehe Die Karriereseite auf der Firmenwebsite.
- Jobbörsen: etwa die Jobplattform des AMS, große Stellenportale oder Kleinanzeigenportale mit Jobbereich. Gut für Reichweite, oft mit Kosten pro Anzeige.
- Bewerbungsplattformen: zusage.at ist eine kostenlose Bewerbungsplattform für Österreich, auf der Sie Stellen ausschreiben und Bewerbungen bekommen.
- Social Media: Instagram, Facebook oder TikTok für Lehrlinge und junge Fachkräfte, LinkedIn für Büro- und Fachpositionen.
- Google: Stellenanzeigen mit strukturierten Daten auf der eigenen Website können in der Jobsuche bei Google erscheinen.
- Empfehlungen: Das eigene Team teilt die Stelle im Bekanntenkreis, oft der wirksamste Kanal.
Adresse Ihrer Website eingeben und in wenigen Minuten einen neuen Entwurf Ihrer Startseite sehen.
Welcher Kanal für welche Stelle?
Nicht jeder Kanal passt für jede Stelle. Eine grobe Orientierung:
- Lehrlinge: Instagram und TikTok, Schulen, Lehrlingsmessen, Eltern über Facebook, kurze Videos aus der Werkstatt
- Fachkräfte im Handwerk: Empfehlungen, Facebook-Gruppen aus der Region, Jobbörsen, sichtbare Fahrzeuge und Baustellenschilder mit Hinweis auf die Karriereseite
- Büro und Verwaltung: Jobbörsen, LinkedIn, Karriereseite
- Aushilfen und Saisonkräfte: Social Media, Aushang mit QR-Code, Kleinanzeigen, Stammgäste
- Spezialisten: Fachportale, LinkedIn, gezielte Ansprache
Ein Beispiel: Ein Gasthaus sucht Servicekräfte für die Sommersaison. Ein Instagram-Beitrag mit Fotos vom Team und einem QR-Code auf der Speisekarte bringt mehr Bewerbungen als die Anzeige im Portal, weil Gäste und deren Kinder sie sehen.
Die Bewerbung so einfach wie möglich machen
Viele Interessierte springen ab, wenn die Bewerbung zu aufwendig ist. Gerade Handwerker oder Aushilfen haben selten einen aktuellen Lebenslauf als PDF am Handy.
- Kurzes Formular: Name, Telefon, gewünschte Stelle, ein paar Sätze zur Erfahrung
- Lebenslauf optional, nicht verpflichtend
- WhatsApp oder Anruf als Alternative anbieten
- Am Handy testen: Funktioniert alles in zwei Minuten?
- Bestätigung nach dem Absenden, mit nächsten Schritten
Denken Sie an den Datenschutz: Bewerbungsdaten dürfen nur für das Bewerbungsverfahren genutzt und nicht unbegrenzt aufbewahrt werden. Klären Sie Fristen im Zweifel mit der Wirtschaftskammer.
Schnell reagieren und gut auswählen
Gute Bewerber haben oft mehrere Optionen. Wer erst nach zwei Wochen antwortet, hat sie häufig schon verloren. Legen Sie fest, wer Bewerbungen sichtet und innerhalb welcher Zeit reagiert wird.
- Eingang bestätigen, am besten automatisch und sofort.
- Innerhalb weniger Tage melden, telefonisch ist persönlicher als per Mail.
- Kurzes Kennenlernen, gern auch per Telefon oder Video als erster Schritt.
- Schnuppertag im Betrieb, besonders im Handwerk und in der Gastronomie.
- Absagen freundlich und zeitnah, Sie bleiben in Erinnerung.
Führen Sie eine einfache Übersicht, wer wann beworben hat und in welchem Schritt er ist. Das kann eine Tabelle sein oder die Verwaltung auf einer Bewerbungsplattform.
Messen, was funktioniert
Fragen Sie jeden Bewerber, wie er auf die Stelle aufmerksam geworden ist, und notieren Sie es. Nach einigen Monaten sehen Sie, welche Kanäle Bewerbungen bringen und welche nur Geld kosten. Auch die Qualität zählt: Ein Kanal mit wenigen, aber passenden Bewerbungen ist mehr wert als einer mit vielen unpassenden.
Wie eine überzeugende Anzeige aufgebaut ist, zeigt der Beitrag Eine gute Stellenanzeige schreiben. Mehr zur Bewerbungsplattform finden Sie auf der Seite zusage.at. Wenn Sie eine Karriereseite aufbauen oder Ihre Website dafür fit machen wollen, sprechen wir im kostenlosen Erstgespräch darüber.
Aus Ihrer Website werden fertige Beiträge für Instagram und LinkedIn. In der Pilotphase kostenlos.
Häufige Fragen
Wo finde ich als kleiner Betrieb online Mitarbeiter?
Bewährt hat sich eine Kombination: eine eigene Karriereseite auf der Firmenwebsite, Jobbörsen wie die Plattform des AMS oder große Stellenportale, Bewerbungsplattformen wie zusage.at, Social Media für jüngere Zielgruppen und Empfehlungen aus dem eigenen Team. Welcher Kanal am besten wirkt, hängt von Stelle und Region ab. Fragen Sie jeden Bewerber, wie er Sie gefunden hat.
Wie finde ich Lehrlinge über das Internet?
Jugendliche erreichen Sie vor allem über Instagram, TikTok und Empfehlungen, Eltern eher über Facebook. Kurze, echte Videos aus dem Arbeitsalltag wirken mehr als Hochglanzbilder. Ergänzen Sie das mit einer Karriereseite, die Lehrberuf, Ablauf und Schnuppermöglichkeit erklärt, und machen Sie die Bewerbung ohne Lebenslauf möglich, etwa per kurzem Formular oder Anruf.
Was kostet die Mitarbeitersuche online?
Das reicht von kostenlos bis zu spürbaren Beträgen pro Anzeige. Die eigene Karriereseite, Social-Media-Beiträge, Empfehlungen und Plattformen wie zusage.at kosten kein Anzeigengeld. Große Stellenportale und bezahlte Social-Media-Anzeigen verrechnen je nach Anbieter pro Anzeige oder Reichweite. Messen Sie, welcher Kanal passende Bewerbungen bringt, bevor Sie mehr Geld einsetzen.
Wie schnell sollte ich auf Bewerbungen reagieren?
So schnell wie möglich. Eine automatische Eingangsbestätigung sollte sofort kommen, eine persönliche Rückmeldung innerhalb weniger Tage. Gerade gefragte Fachkräfte und Lehrlinge haben oft mehrere Angebote und entscheiden sich für den Betrieb, der sich zuerst meldet und freundlich wirkt. Legen Sie fest, wer im Betrieb Bewerbungen sichtet und anruft.