Drei Wege, regionale Produkte online zu verkaufen
Nicht jeder Direktvermarkter braucht gleich einen vollständigen Onlineshop. Es gibt drei Stufen:
- Online bestellen, vor Ort abholen: Kunden bestellen per Formular, E-Mail oder WhatsApp und holen zu fixen Zeiten ab. Wenig Aufwand, kein Versand.
- Zustellung in der Region: Lieferung an bestimmten Tagen in umliegende Orte. Passt gut für Fleischpakete, Gemüsekisten oder Brot.
- Onlineshop mit Versand: Verkauf in ganz Österreich oder darüber hinaus, mit Bezahlung und Versand. Am meisten Reichweite, aber auch am meisten Aufwand.
Viele Betriebe beginnen mit Stufe eins und gehen erst weiter, wenn die Nachfrage es rechtfertigt.
Welcher Weg zu welchem Produkt passt
- Haltbare Produkte wie Wein, Most, Säfte, Öle, Honig, Marmeladen, Nudeln oder Kräuter eignen sich gut für den Versand.
- Frische Produkte wie Fleisch, Milchprodukte, Eier oder Gebäck passen besser zu Abholung oder regionaler Zustellung.
- Saisonale Produkte wie Spargel, Erdbeeren oder Weihnachtsgänse funktionieren gut mit Vorbestellung und fixen Abholterminen.
- Geschenke und Pakete wie Genussboxen oder Gutscheine sind ideal für Versand und Firmenkunden.
Ein Fleischer mit Hofschlachtung zum Beispiel kann Fleischpakete vorab online reservieren lassen und an einem Samstag zur Abholung bereitstellen. So weiß er vorher, wie viel er vorbereiten muss. Mehr Ideen für Hofläden stehen auf der Seite für Hofläden.
Aus Ihrer Website werden fertige Beiträge für Instagram und LinkedIn. In der Pilotphase kostenlos.
Was Ihre Produktseiten brauchen
Online fehlt das Kosten, Riechen und Plaudern im Hofladen. Ersetzen Sie es durch:
- Gute Fotos: das Produkt, aber auch der Hof, die Tiere, die Felder, die Menschen.
- Die Geschichte: Woher kommt es, wie wird es hergestellt, was ist das Besondere?
- Klare Angaben: Menge, Preis, Haltbarkeit, Zutaten und Allergene, Lagerung.
- Bestellinformation: Wann kann man abholen oder wann wird geliefert?
Schreiben Sie so, wie Sie im Hofladen erzählen würden. „Unsere Hühner laufen tagsüber auf der Wiese hinter dem Stall“ ist glaubwürdiger als „Höchste Qualität aus der Region“. Hilfe beim Schreiben bietet der Ratgeber Website-Texte schreiben.
Versand: Was Sie vorher klären sollten
Der Versand ist der Punkt, an dem viele Direktvermarkter den Aufwand unterschätzen. Klären Sie vorab:
- Welche Verpackung schützt Glas, Flaschen oder empfindliche Ware?
- Muss gekühlt werden, und wie lange ist das Paket unterwegs?
- An welchen Wochentagen verschicken Sie, damit nichts über das Wochenende liegt?
- Was kostet der Versand, und wer trägt ihn?
- Was passiert, wenn etwas beschädigt ankommt?
Für Alkohol, tierische Produkte und gekühlte Ware können besondere Regeln gelten. Fragen Sie bei Ihrem Versanddienstleister und bei der Wirtschaftskammer nach. Mehr Grundlagen stehen im Ratgeber Versand im Onlineshop.
Rechtliches in Kürze
Wer online verkauft, hat dieselben Pflichten wie im Hofladen und einige zusätzliche. Als allgemeine Orientierung:
- Kennzeichnung der Lebensmittel, etwa Zutaten und Allergene, gilt auch online und muss vor dem Kauf sichtbar sein.
- Ein Onlineshop braucht Impressum, Datenschutzerklärung und in der Regel AGB sowie Informationen zum Rücktrittsrecht, für das es bei verderblichen Waren Ausnahmen geben kann.
- Preise für Privatkunden werden in der Regel als Endpreise angegeben.
Das ersetzt keine Rechtsberatung. Lassen Sie sich im Einzelfall von der Wirtschaftskammer, der Landwirtschaftskammer oder einem Anwalt beraten. Einen Überblick bietet der Ratgeber AGB für den Onlineshop.
Gefunden werden: Wer sucht regionale Produkte?
Kunden suchen oft nach „Hofladen in der Nähe“, „Honig kaufen Waldviertel“ oder „Weihnachtsgans bestellen“. Damit Sie gefunden werden:
- Pflegen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil mit Öffnungszeiten, Produkten und Fotos.
- Nennen Sie auf der Website Region und Abholort klar.
- Zeigen Sie saisonale Produkte rechtzeitig, also Wochen bevor die Nachfrage beginnt.
- Teilen Sie Neuigkeiten auf Social Media, etwa wenn die ersten Erdbeeren reif sind.
Ein einfacher Weg zu regelmäßigen Beiträgen ist Pipeflow: Aus Ihrer Website entstehen jede Woche fertige Beiträge mit Bild, die Sie nur freigeben. In der Pilotphase ist das kostenlos.
Wann sich ein richtiger Onlineshop lohnt
Ein vollständiger Onlineshop mit Zahlung und Versand lohnt sich meist, wenn regelmäßig Bestellungen kommen, die per E-Mail oder Telefon nicht mehr gut zu bewältigen sind, oder wenn Sie gezielt Kunden außerhalb Ihrer Region erreichen wollen. Dann sparen automatische Bestellbestätigungen, Online-Zahlung und eine Übersicht aller Bestellungen viel Zeit.
Was ein Shop kostet und welche Varianten es gibt, steht im Ratgeber Kosten eines Onlineshops. Wenn Sie den Schritt planen, finden Sie unter Onlineshop erstellen alle Details; der Preis wird nach dem kostenlosen Erstgespräch individuell angeboten.
Adresse Ihrer Website eingeben und in wenigen Minuten einen neuen Entwurf Ihrer Startseite sehen.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Online-Verkauf von Hofprodukten einen Onlineshop?
Nicht unbedingt. Für den Anfang reicht oft eine Website mit Produktliste und einem Bestellformular, über das Kunden reservieren und zu fixen Zeiten abholen. Ein vollständiger Onlineshop mit Zahlung und Versand lohnt sich meist erst, wenn regelmäßig viele Bestellungen kommen oder Sie Kunden außerhalb Ihrer Region erreichen wollen.
Welche regionalen Produkte eignen sich für den Versand?
Gut geeignet sind haltbare Produkte wie Wein, Säfte, Öle, Honig, Marmeladen, Nudeln, Kräuter oder Geschenkpakete. Frische Produkte wie Fleisch, Milchprodukte oder Gebäck sind im Versand aufwendig, weil sie gekühlt und schnell zugestellt werden müssen. Für sie passen Abholung oder regionale Zustellung meist besser. Klären Sie Sonderregeln mit Versanddienstleister und Kammer.
Was muss ich beim Online-Verkauf von Lebensmitteln beachten?
Die Kennzeichnungspflichten, etwa zu Zutaten und Allergenen, gelten auch online und müssen vor dem Kauf sichtbar sein. Dazu kommen Impressum, Datenschutzerklärung, in der Regel AGB und Informationen zum Rücktrittsrecht. Für Versand, Kühlung und bestimmte Produkte können zusätzliche Regeln gelten. Lassen Sie sich im Einzelfall von WKO, Landwirtschaftskammer oder Anwalt beraten.
Wie finden Kunden meine regionalen Produkte online?
Wichtig sind ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit Öffnungszeiten und Fotos, eine Website, die Region, Abholort und Produkte klar nennt, und rechtzeitig veröffentlichte Hinweise auf saisonale Produkte. Regelmäßige Beiträge auf Social Media halten Kunden auf dem Laufenden. Bewertungen zufriedener Kunden helfen zusätzlich, bei lokalen Suchen weiter oben zu erscheinen.