Wie Statistik ohne Cookies funktioniert
Klassische Statistik-Werkzeuge legen ein Cookie mit einer Kennung auf dem Gerät ab und erkennen Besucher daran wieder, über Tage und Wochen. Genau dieses Speichern auf dem Endgerät löst die Pflicht zur Einwilligung aus, die Sie aus dem Ratgeber zum Cookie-Banner kennen.
Cookielose Werkzeuge verzichten darauf. Sie zählen jeden Seitenaufruf und werten Informationen aus, die der Browser ohnehin mitschickt, etwa die zuvor besuchte Seite, Gerätetyp und Land. Um Besucher innerhalb eines Tages grob zu unterscheiden, bilden manche Werkzeuge einen täglich wechselnden, nicht umkehrbaren Code. Ein dauerhaftes Profil einzelner Personen entsteht nicht.
Was Sie damit erfahren und was nicht
Das sehen Sie:
- wie viele Seitenaufrufe und ungefähr wie viele Besucher es gab
- welche Seiten am häufigsten gelesen werden
- woher Besucher kommen: Google, Instagram, ein Branchenverzeichnis oder ein Newsletter
- ob Besucher am Handy oder am Computer sind
- wie oft ein Ziel erreicht wurde, etwa ein abgeschicktes Formular oder ein Klick auf die Telefonnummer
Das sehen Sie nicht: den Weg eines einzelnen Besuchers über mehrere Tage, genaue Zahlen wiederkehrender Besucher, Alter oder Interessen und die Zuordnung eines Kaufs zu einer Werbeanzeige von vor einer Woche. Wer diese Informationen braucht, kommt um eine einwilligungsbasierte Lösung kaum herum.
Prüft, wie gut Google Ihre Website versteht – mit konkreten Punkten, die Sie verbessern können.
Für wen das reicht und für wen nicht
Für die große Mehrheit kleiner Betriebe reicht cookielose Statistik. Ein Malerbetrieb will wissen, ob die neue Seite zu Fassadenarbeiten gelesen wird. Eine Physiotherapie-Praxis möchte sehen, ob Besucher über Google oder über das Unternehmensprofil kommen. Ein Café prüft, ob der Instagram-Link in der Bio Besucher bringt. All das liefern cookielose Werkzeuge.
Weniger geeignet sind sie für Onlineshops, die regelmäßig Geld in Werbeanzeigen investieren und genau wissen wollen, welche Anzeige zu welchem Kauf geführt hat, oder für Betriebe mit Remarketing, also Werbung für frühere Besucher. Hier ist eine Einwilligungslösung meist unvermeidbar. Ehrlich gesagt: Wer gar nicht vorhat, Zahlen regelmäßig anzusehen, braucht auch keine Statistik.
Die rechtliche Einordnung in groben Zügen
Zwei Regelwerke sind zu unterscheiden. Das Telekommunikationsgesetz verlangt eine Einwilligung für das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Endgerät. Speichert ein Werkzeug nichts und nutzt auch keine ähnlichen Techniken wie Fingerprinting, entfällt dieser Teil. Die DSGVO gilt trotzdem, weil zumindest kurzfristig IP-Adressen verarbeitet werden.
Viele cookielose Lösungen stützen sich deshalb auf das berechtigte Interesse, die eigene Website zu verbessern, und kürzen oder verwerfen IP-Adressen sofort. Beschreiben Sie das Werkzeug in Ihrer Datenschutzerklärung und schließen Sie mit dem Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag ab. Ob Ihre konkrete Einrichtung ohne Einwilligung auskommt, klären Sie im Zweifel mit der Datenschutzbehörde oder Ihrer Rechtsberatung.
Drei Wege zu Besucherzahlen ohne Banner
1. Cookielose Statistik-Werkzeuge: Es gibt mehrere Lösungen, teils als Dienst mit Servern in der EU, teils zum Selbsthosten. Eine Übersicht finden Sie im Ratgeber Alternativen zu Google Analytics.
2. Server-Protokolle: Viele Hosting-Anbieter werten die Zugriffsprotokolle des Servers aus und zeigen einfache Statistiken an. Das ist grob, aber ohne zusätzlichen Code auf der Website.
3. Google Search Console: Sie zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Seite in Google erscheint und wie oft sie angeklickt wird. Dafür wird nichts auf Ihrer Website eingebaut, und Besucher werden nicht verfolgt. Wie Sie sie einrichten, erklärt Google Search Console einrichten.
Einrichtung Schritt für Schritt
- Werkzeug auswählen, das ohne Cookies arbeitet und Daten in der EU verarbeitet.
- Den alten Statistik-Code vollständig entfernen, auch aus Plugins und Tag-Managern.
- Das neue Skript einbauen und den cookielosen Modus aktivieren, falls er nicht Standard ist.
- Ziele festlegen: Formular abgeschickt, Klick auf Telefonnummer, Klick auf E-Mail-Adresse.
- Mit den Entwicklerwerkzeugen des Browsers prüfen, dass keine Cookies gesetzt werden.
- Datenschutzerklärung anpassen und den Cookie-Banner entfernen, falls er nur für die Statistik da war.
Was Sie mit den Zahlen anfangen
Statistik lohnt sich nur, wenn Sie hineinschauen. Eine Viertelstunde im Monat reicht: Welche Seiten werden gelesen, woher kommen Besucher, wie viele Anfragen gab es? Wie Sie die Zahlen deuten, lesen Sie unter Website-Statistik lesen.
Eine Lücke bleibt: Wie oft ChatGPT, Gemini oder andere KI-Suchen Ihren Betrieb nennen, zeigt keine Website-Statistik. Das misst der Gratis-Check von Hittaro, mit Bericht innerhalb von 24 Stunden. Die Umstellung auf eine cookielose Statistik übernehmen wir gerne im Rahmen von Website-Wartung und Hosting.
Nennt ChatGPT Ihren Betrieb? Bericht zu Google und KI-Suchen innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Fragen
Ist eine Statistik ohne Cookies wirklich ohne Einwilligung erlaubt?
Nach verbreiteter Einschätzung ja, wenn das Werkzeug weder Cookies noch ähnliche Techniken nutzt, keine Profile bildet und IP-Adressen sofort kürzt oder verwirft. Dann greift die Einwilligungspflicht des Telekommunikationsgesetzes nicht, und die Verarbeitung kann auf das berechtigte Interesse gestützt werden. Sie müssen das Werkzeug aber in der Datenschutzerklärung beschreiben. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer Einrichtung fragen Sie die Datenschutzbehörde oder Ihre Rechtsberatung.
Sind die Zahlen ohne Cookies genauer oder ungenauer?
In einem Punkt ungenauer: Wiederkehrende Besucher lassen sich über mehrere Tage nicht exakt erkennen. In einem anderen Punkt oft genauer: Weil kein Banner nötig ist, werden alle Besucher gezählt, nicht nur jene, die zugestimmt haben. Bei klassischen Lösungen mit Einwilligung fehlt ein Teil der Besucher in der Statistik. Für die Frage, welche Seiten gelesen werden und woher Besucher kommen, sind cookielose Zahlen meist aussagekräftiger.
Kann ich Google Analytics ohne Cookies betreiben?
Google Analytics bietet Einstellungen, die bei fehlender Einwilligung mit eingeschränkten Daten arbeiten. Ein echter Betrieb ohne Einwilligung ist damit aber nicht ohne Weiteres gleichzusetzen, und die Daten werden weiterhin von Google verarbeitet. Wer bewusst ohne Banner arbeiten möchte, ist mit einem Werkzeug, das von Grund auf ohne Cookies und Profile auskommt, meist besser bedient. Lassen Sie Sonderkonstellationen rechtlich prüfen.
Brauche ich überhaupt eine Besucherstatistik?
Nicht unbedingt. Wenn Sie nicht vorhaben, Zahlen regelmäßig anzusehen, bringt eine Statistik wenig. Sinnvoll ist sie, wenn Sie Entscheidungen treffen wollen: Welche Leistungen interessieren, lohnt sich der Instagram-Kanal, bringt die neue Seite Anfragen? Für Daten zur Google-Suche reicht oft schon die kostenlose Google Search Console, die ganz ohne Code auf Ihrer Website auskommt.