Warum viele Betriebe eine Alternative suchen
Google Analytics ist kostenlos und mächtig, für kleine Betriebe aber oft mehr als nötig. Drei Gründe nennen Betriebe besonders häufig: Die Nutzung erfordert in der Regel eine Einwilligung und damit einen Cookie-Banner. Weil ein Teil der Besucher ablehnt, sind die Zahlen unvollständig. Und die Oberfläche ist für eine Viertelstunde im Monat recht komplex.
Dazu kommt die Datenschutz-Geschichte: Die österreichische Datenschutzbehörde hat Anfang 2022 in einem vielbeachteten Fall entschieden, dass der damalige Einsatz von Google Analytics wegen der Datenübermittlung in die USA nicht zulässig war. Seit 2023 gibt es mit dem EU-US Data Privacy Framework eine neue Grundlage für solche Übermittlungen. Viele Betriebe bevorzugen trotzdem Lösungen, die ganz in der EU bleiben.
Was ein kleiner Betrieb wirklich messen sollte
Bevor Sie ein Werkzeug wählen, lohnt sich die Frage, welche Zahlen Sie tatsächlich nutzen werden. Für die meisten Betriebe sind es diese:
- Besucher und Seitenaufrufe pro Monat, im Vergleich zum Vormonat
- die meistgelesenen Seiten
- Herkunft der Besucher: Suche, Social Media, Verzeichnisse, direkte Eingabe
- Anteil Handy und Computer
- Ziele: Anfragen über das Formular, Klicks auf Telefonnummer und E-Mail
Alle hier genannten Alternativen liefern diese Werte. Unterschiede gibt es bei Komfort, Betrieb und Zusatzfunktionen.
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Die Alternativen im Überblick
Die folgende Übersicht beschreibt typische Eigenschaften. Funktionen und Bedingungen ändern sich, prüfen Sie deshalb vor der Wahl die aktuellen Angaben der Anbieter.
| Werkzeug | Betrieb | Stärken | Eher für |
|---|---|---|---|
| Matomo | Eigener Server oder Cloud-Dienst | Sehr umfangreich, Open Source, cookieloser Modus möglich | Betriebe, die viele Auswertungen wollen |
| Plausible | Dienst aus der EU, auch selbst hostbar | Schlank, ohne Cookies, übersichtliche Einzelseite | Betriebe, die schnell das Wichtigste sehen wollen |
| Simple Analytics | Dienst aus den Niederlanden | Datenschutz im Fokus, sehr einfache Bedienung | Kleine Websites ohne Technikaufwand |
| Umami | Eigener Server oder Cloud-Dienst | Open Source, schlank, ohne Cookies | Technisch versierte Betriebe oder Dienstleister |
| Server-Statistik | Beim Hosting-Anbieter | Kein Code auf der Website | Grobe Orientierung ohne Zusatzaufwand |
Die meisten Dienste kosten eine monatliche Gebühr, die sich nach der Zahl der Seitenaufrufe richtet. Selbst gehostete Lösungen sind lizenzfrei, brauchen aber Server und Pflege.
Selbst hosten oder als Dienst nutzen
Selbst hosten heißt: Die Software läuft auf Ihrem eigenen Server bzw. dem Ihres Webdienstleisters. Die Daten verlassen Ihre Infrastruktur nicht, und es fällt keine Lizenzgebühr an. Dafür müssen Updates, Sicherheit und Speicherplatz jemand im Blick behalten.
Als Dienst nutzen heißt: Sie bauen nur ein kleines Skript ein, der Anbieter kümmert sich um den Rest. Das ist bequemer und für die meisten kleinen Betriebe die bessere Wahl, solange der Anbieter Daten in der EU verarbeitet und einen Auftragsverarbeitungsvertrag anbietet. Hintergründe zur Serverwahl im Ratgeber Hosting in Europa.
Wann Google Analytics trotzdem die richtige Wahl ist
Fair bleibt: Google Analytics hat Stärken, die Alternativen nicht oder nur teilweise bieten. Wer regelmäßig Geld in Google Ads investiert, profitiert von der engen Verbindung beider Werkzeuge, etwa bei der Auswertung, welche Anzeige zu welcher Anfrage geführt hat. Auch umfangreiche Auswertungen über längere Zeiträume und Zielgruppen sind dort möglich.
Ein Onlineshop mit nennenswertem Werbebudget kann deshalb bei Google Analytics gut aufgehoben sein, mit sauberem Einwilligungsbanner und aktueller Datenschutzerklärung. Für den Installateur, die Kanzlei oder das Gasthaus ohne laufende Werbekampagnen ist eine schlanke Alternative meist die vernünftigere Lösung. Mehr zur Werbung unter Google Ads Grundlagen.
Der Umstieg Schritt für Schritt
- Alte Daten sichern: Exportieren Sie die wichtigsten Berichte aus Google Analytics, etwa Besucher pro Monat und Top-Seiten des letzten Jahres.
- Neues Werkzeug einrichten: Konto anlegen bzw. installieren, Skript einbauen.
- Ziele anlegen: Formular, Telefon- und E-Mail-Klicks.
- Kurz parallel laufen lassen: Wenn Sie vergleichen wollen, ein paar Wochen beide Werkzeuge, das alte nur mit Einwilligung.
- Google Analytics entfernen: auch aus Tag-Manager, Plugins und Theme-Einstellungen.
- Aufräumen: Datenschutzerklärung anpassen, Cookie-Banner entfernen oder reduzieren.
Rechnen Sie damit, dass die neuen Zahlen anders aussehen. Das liegt meist daran, dass ohne Banner alle Besucher gezählt werden.
Ergänzung und nächster Schritt
Unabhängig vom Statistik-Werkzeug lohnt sich die kostenlose Google Search Console. Sie zeigt, bei welchen Suchbegriffen Sie in Google erscheinen, was keine Website-Statistik so genau kann. Was die Zahlen bedeuten, erklärt Website-Statistik lesen, und warum cookielose Messung funktioniert, steht unter Besucher zählen ohne Cookie-Banner.
Den Umstieg können Sie im Rahmen von Website-Wartung und Hosting erledigen lassen. Wie es um Ihre Seite insgesamt steht, zeigt der SEO-Test von Pipeline AI Solutions. Bei datenschutzrechtlichen Detailfragen ist die Datenschutzbehörde oder Ihre Rechtsberatung die richtige Stelle.
Häufige Fragen
Welche Google-Analytics-Alternative ist für kleine Betriebe am besten?
Für die meisten kleinen Betriebe passt ein schlanker Dienst mit Servern in der EU, der ohne Cookies arbeitet und die wichtigsten Zahlen auf einer Seite zeigt. Wer mehr Auswertungen möchte oder die Daten auf dem eigenen Server behalten will, ist mit Matomo gut bedient. Entscheidend ist weniger das Werkzeug als die Frage, ob Sie die Zahlen regelmäßig ansehen und daraus Entscheidungen ableiten.
Ist Matomo automatisch DSGVO-konform?
Nein, kein Werkzeug ist automatisch DSGVO-konform. Matomo bietet gute Voraussetzungen, weil es sich selbst hosten und ohne Cookies betreiben lässt. Ob der Einsatz zulässig ist, hängt aber von der Einrichtung ab: cookieloser Modus, Kürzung der IP-Adressen, Speicherdauer, Datenschutzerklärung und gegebenenfalls ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hosting-Anbieter. Lassen Sie die Konfiguration im Zweifel prüfen.
Verliere ich meine alten Daten beim Wechsel?
Die Daten bleiben in Ihrem Google-Analytics-Konto, solange es besteht und Google sie aufbewahrt, sie werden aber nicht automatisch in das neue Werkzeug übernommen. Exportieren Sie deshalb vor dem Umstieg die wichtigsten Berichte, etwa monatliche Besucherzahlen und meistgelesene Seiten. Für die meisten kleinen Betriebe reicht ein solcher Überblick als Vergleichsbasis völlig aus.
Kann ich ohne Statistik-Tool sehen, wie meine Website in Google abschneidet?
Ja. Die kostenlose Google Search Console zeigt, bei welchen Suchanfragen Ihre Seiten erscheinen, wie oft sie angezeigt und angeklickt werden und ob es technische Probleme gibt. Dafür wird kein Code eingebaut, der Besucher verfolgt. Für Fragen zur Sichtbarkeit in Google ist sie oft sogar aussagekräftiger als ein Statistik-Werkzeug, das nur zeigt, was auf der Website passiert.