Die kurze Antwort: meistens ja
Viele Betriebe zögern, Preise zu nennen. Die Sorge: Kunden schrecken ab, oder die Konkurrenz schaut mit. Beides ist verständlich. In der Praxis überwiegen aber meist die Vorteile, denn Kunden suchen Orientierung. Wer gar keinen Preis findet, vermutet oft, dass es teuer wird, oder fragt bei jemandem, der offen ist.
Das heißt nicht, dass jede Leistung mit einem Fixpreis auf der Website stehen muss. Es geht darum, dem Besucher eine realistische Vorstellung zu geben. Ob das ein Fixpreis, ein „ab“-Preis oder ein Rahmen ist, hängt von Ihrem Angebot ab.
Vorteile, wenn Sie Preise nennen
- Weniger unpassende Anfragen: Wer ein kleineres Budget hat, sieht das sofort und spart Ihnen das Angebot.
- Bessere Anfragen: Wer sich trotz Preis meldet, ist meist ernsthaft interessiert.
- Vertrauen: Offenheit beim Preis wirkt seriös.
- Schnellere Entscheidungen: Kunden können intern oder mit dem Partner besprechen, bevor sie anrufen.
- Bessere Auffindbarkeit: Viele suchen nach „Was kostet …“. Eine Seite, die das beantwortet, wird eher gefunden und auch von KI-Suchen eher zitiert.
Ein Beispiel: Ein Fotograf nennt Pakete für Hochzeitsreportagen mit „ab“-Preisen. Anfragen von Paaren, die nur eine Stunde Fotos im Standesamt wünschen, kommen seltener – und jene, die kommen, passen besser.
Adresse Ihrer Website eingeben und in wenigen Minuten einen neuen Entwurf Ihrer Startseite sehen.
Nachteile und wann Zurückhaltung sinnvoll ist
Es gibt auch gute Gründe, vorsichtig zu sein:
- Wenn jeder Auftrag wirklich völlig anders ist, kann ein einzelner Preis irreführen.
- Wenn sich Materialpreise stark ändern, müssen Preise regelmäßig angepasst werden.
- Wenn Sie hauptsächlich über persönliche Beratung verkaufen, kann ein Preis ohne Erklärung falsch verstanden werden.
In diesen Fällen hilft es, statt eines Preises zu erklären, wovon er abhängt, und ein, zwei typische Beispiele mit Preisspanne zu zeigen. Ganz ohne jede Orientierung lassen sollten Sie Besucher aber möglichst nicht.
Und zur Sorge wegen der Konkurrenz: Ihre Mitbewerber erfahren Ihre Preise ohnehin, spätestens über gemeinsame Kunden. Was sie nicht kopieren können, sind Ihre Arbeitsweise, Ihre Referenzen und Ihr Ruf. Genau das sollte neben dem Preis auf der Seite stehen.
Formen der Preisangabe
- Fixpreis: für klar abgegrenzte Leistungen. „Rauchfangkehrung Einfamilienhaus: …“
- „Ab“-Preis: zeigt die Einstiegsschwelle. „Badsanierung ab …“
- Preisrahmen: „Typisch zwischen … und …, je nach Größe und Ausstattung.“
- Pakete: drei Varianten mit klaren Unterschieden, etwa bei Fotografen, Fitnessstudios oder Kosmetik.
- Beispielrechnung: ein typischer Auftrag mit aufgeschlüsselten Kosten.
- Stundensatz: wenn der Aufwand schwer vorherzusagen ist, ergänzt um eine Einschätzung typischer Dauer.
Ein Beispiel aus dem eigenen Haus: Mühlberger Digital nennt auf der Seite Preise Richtwerte, etwa die Starter-Website ab 2.500 € einmalig oder Pipebot um 19 € pro Monat, und schreibt dazu, was enthalten ist. Größere Projekte werden nach dem Erstgespräch angeboten.
Erklären, wovon der Preis abhängt
Wer Preise nennt, sollte sie auch begründen. Eine kurze Liste der Einflussfaktoren hilft dem Kunden, seinen Fall selbst einzuschätzen:
- Größe oder Umfang
- Material und Ausstattung
- Zugänglichkeit, Anfahrt, Dringlichkeit
- Vorarbeiten oder Entsorgung
Das hat einen weiteren Vorteil: Wenn ein Angebot dann höher ausfällt als der „ab“-Preis, kann der Kunde nachvollziehen, warum. Missverständnisse am Telefon werden seltener. Wie Sie Angebote danach effizient schreiben, beschreibt der Ratgeber Angebote automatisieren.
Was rechtlich zu beachten ist
Wenn Sie Preise gegenüber Privatkunden nennen, müssen diese in der Regel als Endpreise inklusive Umsatzsteuer und sonstiger Abgaben angegeben werden. Für Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer empfiehlt sich ein klarer Hinweis darauf. Richten Sie sich ausschließlich an Firmenkunden, gelten teils andere Regeln.
Diese Hinweise sind eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich klären Sie Ihren Fall bei der Wirtschaftskammer oder auf dem Unternehmensserviceportal. Wer einen Onlineshop betreibt, sollte zusätzlich den Ratgeber AGB für den Onlineshop lesen.
So setzen Sie es um
- Listen Sie Ihre drei häufigsten Leistungen auf.
- Überlegen Sie für jede, welche Preisform passt.
- Schreiben Sie die wichtigsten Einflussfaktoren dazu.
- Stellen Sie Preis und Kontakt-Knopf nahe zusammen.
- Prüfen Sie die Preise mindestens einmal im Jahr.
Wenn Sie wissen möchten, wie eine neue Startseite mit klaren Angeboten aussehen könnte, probieren Sie den Gratis-Startseitenentwurf. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir gern, wie Sie Ihre Preise verständlich darstellen.
Häufige Fragen
Sollte ich als Handwerker Preise auf die Website stellen?
In vielen Fällen ja, zumindest als „ab“-Preis, Preisrahmen oder Beispielrechnung. Handwerksaufträge sind oft unterschiedlich, doch Kunden wollen wissen, in welcher Größenordnung sie sich bewegen. Erklären Sie dazu, wovon der Preis abhängt, etwa Größe, Material und Zugänglichkeit. So bekommen Sie Anfragen von Kunden, die zu Ihrem Angebot passen, und weniger Preisdiskussionen.
Schrecken Preise auf der Website Kunden ab?
Preise schrecken vor allem Kunden ab, die ohnehin nicht zu Ihrem Angebot passen, und das ist meist ein Vorteil. Interessenten, die das Budget haben, fühlen sich durch Offenheit eher bestätigt. Abschreckend wirken Preise eher, wenn sie ohne Erklärung dastehen. Zeigen Sie deshalb, was im Preis enthalten ist und wovon er abhängt.
Muss ich Preise mit oder ohne Umsatzsteuer angeben?
Gegenüber Privatkunden sind Preise in der Regel als Endpreise inklusive Umsatzsteuer anzugeben. Bei Angeboten ausschließlich für Firmenkunden sind Nettopreise üblich, sollten aber klar gekennzeichnet sein. Als Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer weisen Sie am besten darauf hin. Das ist eine allgemeine Orientierung; verbindlich klären Sie Ihren Fall bei der WKO oder einem Steuerberater.
Was ist besser: Fixpreis oder Preisrahmen?
Ein Fixpreis eignet sich für klar abgegrenzte, wiederkehrende Leistungen, etwa eine Standardwartung oder ein Fotopaket. Ein Preisrahmen oder „ab“-Preis passt, wenn der Aufwand je nach Auftrag schwankt. Viele Betriebe kombinieren beides: Fixpreise für Standardleistungen, Rahmen und Beispielrechnungen für individuelle Aufträge, jeweils mit kurzer Erklärung der Einflussfaktoren.