Die Voraussetzungen: Konto, App und Unterlagen
Bevor überhaupt etwas eingereicht wird, müssen drei Dinge stehen: ein Entwicklerkonto bei Apple und bzw. oder Google, eine fertig gebaute und getestete App und die Unterlagen für den Store-Eintrag. Beide Anbieter verlangen für das Konto eine Gebühr – bei Apple jährlich, bei Google einmalig. Die aktuellen Beträge finden Sie auf den Entwicklerseiten der Anbieter.
Für Firmen ist ein Organisationskonto sinnvoll. Apple verlangt dafür eine D-U-N-S-Nummer, eine weltweit verwendete Firmenkennung, die kostenlos beantragt werden kann, aber einige Tage dauern kann. Planen Sie diesen Schritt früh ein, damit die fertige App nicht wochenlang auf ein Konto wartet.
- Firmenname, Adresse und Ansprechperson wie im Firmenbuch bzw. Gewerberegister
- Eine E-Mail-Adresse, die dem Betrieb gehört, nicht einer einzelnen Person
- Zugang für die Entwickler über Rollen und Berechtigungen statt Passwort-Weitergabe
Der Store-Eintrag: Texte, Bilder und Datenschutzangaben
Der Eintrag im Store ist Ihr Schaufenster. Er besteht aus App-Name, Kurzbeschreibung, ausführlicher Beschreibung, Screenshots für verschiedene Gerätegrößen, einem App-Symbol und einer Kategorie. Schreiben Sie die Beschreibung für Ihre Kundschaft, nicht für Techniker: Was kann man mit der App erledigen, und warum ist das bequemer als ohne?
Besonders genau prüfen beide Anbieter die Datenschutzangaben. Sie müssen angeben, welche Daten die App erhebt, wofür und ob sie an Dritte gehen. Dazu kommt ein Link zu einer Datenschutzerklärung, die zur App passt. Eine kopierte Website-Erklärung reicht oft nicht, weil Apps andere Daten nutzen, etwa Standort, Kamera oder Push-Mitteilungen. Mehr dazu im Beitrag zur Datenschutzerklärung.
- Screenshots aus der echten App, keine Fantasie-Darstellungen
- Support-Adresse oder Kontaktseite, die tatsächlich betreut wird
- Altersfreigabe ehrlich ausfüllen
- Bei Login: ein Testzugang für die Prüfer
Adresse Ihrer Website eingeben und in wenigen Minuten einen neuen Entwurf Ihrer Startseite sehen.
Die Prüfung durch Apple und Google
Jede neue App und jedes Update wird vor der Veröffentlichung geprüft. Apple gilt dabei als strenger und prüft auch, ob die App einen echten Nutzen bietet. Eine App, die nur die Website in einem Rahmen anzeigt, wird häufig abgelehnt. Google prüft ebenfalls, bei neuen privaten Entwicklerkonten verlangt Google derzeit zusätzlich einen geschlossenen Test mit Testpersonen, bevor die App öffentlich gehen darf.
Eine Ablehnung ist kein Drama. Sie bekommen eine Begründung, beheben den Punkt und reichen neu ein. Typische Gründe sind:
- Abstürze oder Funktionen, die beim Test nicht funktionieren
- Fehlender Testzugang, sodass die Prüfer nicht hineinkommen
- Unvollständige oder widersprüchliche Datenschutzangaben
- Zu wenig eigener Nutzen gegenüber der Website
- Käufe digitaler Inhalte am Bezahlsystem des Stores vorbei
Planen Sie für die erste Veröffentlichung einige Tage Puffer ein und legen Sie keinen Werbetermin auf den Tag der Einreichung.
Schritt für Schritt zur Veröffentlichung
- Konten anlegen und Firmendaten bestätigen lassen.
- Testversion verteilen: Über die Testprogramme der Anbieter probieren Mitarbeiter und einige Stammkunden die App vorab aus.
- Fehler beheben, die im Test auffallen, besonders auf älteren Geräten.
- Store-Eintrag ausfüllen: Texte, Screenshots, Datenschutzangaben, Kategorie.
- Einreichen und Rückmeldung der Prüfung abwarten.
- Freigeben: sofort oder zu einem gewählten Zeitpunkt.
- Bekannt machen: auf der Website, im Geschäft, im Newsletter und auf Rechnungen.
Ein Beispiel: Eine Fahrschule bringt eine App für Theorie-Termine und Prüfungserinnerungen heraus. Sie testet zwei Wochen mit einer Gruppe aktueller Schüler, korrigiert die Anmeldung, die auf manchen Android-Geräten hakte, und reicht erst dann ein. Die Prüfung geht dadurch beim ersten Anlauf durch.
Nach dem Start: Updates, Bewertungen und Pflege
Mit der Veröffentlichung beginnt die eigentliche Arbeit. Apple und Google bringen jedes Jahr neue Systemversionen heraus und verlangen, dass Apps mit aktuellen Werkzeugen gebaut werden. Eine App, die zwei Jahre nicht angefasst wurde, kann aus dem Store fallen oder auf neuen Geräten nicht mehr sauber laufen. Rechnen Sie Wartung daher von Anfang an ein.
Beobachten Sie außerdem die Bewertungen im Store. Wer freundlich und sachlich antwortet, zeigt, dass hinter der App ein echter Betrieb steht. Wiederkehrende Kritik ist wertvolle Rückmeldung für das nächste Update.
- Absturzberichte in den Entwicklerkonsolen regelmäßig ansehen
- Datenschutzangaben anpassen, wenn neue Funktionen dazukommen
- Kontodaten und Verträge aktuell halten, sonst wird das Konto gesperrt
Braucht es überhaupt den App Store?
Ehrlich gesagt: Nicht jede Idee muss in den Store. Eine PWA oder Web-App läuft im Browser, lässt sich auf dem Startbildschirm ablegen und braucht keine Store-Prüfung. Für Terminbuchung, Bestellungen oder interne Werkzeuge reicht das oft. Der Store lohnt sich vor allem, wenn Kunden die App regelmäßig nutzen, Push-Mitteilungen wichtig sind oder Gerätefunktionen wie Kamera und Bluetooth gebraucht werden.
Ob sich eine eigene App für Ihren Betrieb rechnet, beleuchtet der Beitrag Wann ist eine eigene App sinnvoll?, den Vergleich der Varianten finden Sie unter Native App oder Web-App. Wenn Sie ein konkretes Vorhaben haben, besprechen wir es im kostenlosen Erstgespräch; die Umsetzung übernimmt unser Partner Pipeline AI Solutions im Rahmen der App-Entwicklung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine App im App Store erscheint?
Die Prüfung selbst dauert meist wenige Tage, manchmal auch nur Stunden. Mehr Zeit kosten in der Praxis die Vorbereitung: Firmenkonto mit D-U-N-S-Nummer, Testphase, Screenshots und Datenschutzangaben. Wer alles vorbereitet und einen Testzugang mitliefert, kommt schneller durch. Für die erste Veröffentlichung sollten Sie insgesamt einige Wochen einplanen, für spätere Updates deutlich weniger.
Kann ich die App auf den Namen meiner Firma veröffentlichen?
Ja, und das ist für Betriebe die bessere Wahl. Bei Apple brauchen Sie dafür ein Organisationskonto mit D-U-N-S-Nummer, bei Google ein Konto mit verifizierten Firmendaten. Im Store steht dann Ihr Firmenname als Anbieter. Wichtig ist, dass das Konto dem Betrieb gehört und die Entwickler nur Zugriffsrechte bekommen, damit Sie unabhängig bleiben.
Warum wird eine App vom App Store abgelehnt?
Häufige Gründe sind Abstürze beim Test, ein fehlender Testzugang, unvollständige Datenschutzangaben oder zu wenig eigener Nutzen, etwa wenn die App nur die Website anzeigt. Die Ablehnung kommt mit einer Begründung. Sie beheben den genannten Punkt, beantworten bei Bedarf Rückfragen der Prüfer und reichen erneut ein. Das ist ein normaler Teil des Ablaufs.
Muss ich eine App in beiden Stores veröffentlichen?
Nicht zwingend, aber meist sinnvoll, weil Ihre Kundschaft sowohl iPhones als auch Android-Geräte nutzt. Moderne Entwicklungswerkzeuge erzeugen aus einer gemeinsamen Codebasis beide Versionen, der Aufwand verdoppelt sich also nicht. Die Konten, Store-Einträge und Prüfungen laufen aber getrennt. Für interne Apps kann auch eine Verteilung ohne öffentlichen Store-Eintrag reichen.